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Die liebe Freiheit. Ich glaube jeder Mensch sehnt sich irgendwie danach. Der Eine mehr, der Andere weniger. Bei uns Kreativen verbindet sich das unter Umständen auch mit dem Job selbst. So ähnlich habe ich das zumindest schon aus dem Umfeld gehört.
Jeder Mensch braucht »kreative Freiheit«. Ganz egal, ob das ein Schornsteinfeger, ein Arzt, ein Projektmanager, eine Mutter, ein Koch usw. ist. Kreative Freiheit ist wichtig, um sich zu entwickeln, sofern man das möchte. Der Eine streckt in dieser Zeit vielleicht den Bauch in die Luft, während der Andere aktiv ist. Tatsache ist, dass beide dennoch ihr Leben formen. Und das genau in dem Moment, in dem sie fernab vom Alltag Dinge tun, die sie sonst nicht tun können.
In habe mich seit der Geburt unseres Sohnes im Jahr 2006 entschlossen, dass es nicht nur kreatives Arbeiten geben kann in einer Form die bedeutet, ein Projekt nach dem anderen abzuschließen, um sich die »finanzielle Freiheit« zu erarbeiten. Sorry, aber Kreativität wächst leider nicht einfach irgendwo heraus. Wenn das so wäre, gäbe es unseren Beruf ja nicht.
Doch was ist wichtiger? Die kreative oder die finanzielle Freiheit? Für mich ganz klar die kreative Freiheit, da ich an dieser persönlich wachsen kann und mich selbst weiter entwickle. An einer finanziellen Freiheit kann ich persönlich nicht wachsen und möchte mich auch nicht auf diese Art messen. Sie trägt vielleicht dazu bei, mir Dinge zu ermöglichen, die mir wiederum die kreative Freiheit ermöglichen, doch sie bleibt immer mit einem materiellen Wert behaftet.
So pflege ich es seit 2006, jedes Jahr mein Designstudio für vier Wochen zu schließen. Um persönlich zu wachsen, um Energie zu tanken oder einfach mit der Familie zusammen zu sein, die man sowieso viel zu wenig sieht, da das Büro des Menschen zweites Heim geworden ist.
Wie oft muss ich mir dabei anhöhren, ob ich es mir leisten kann mein Design Studio vier Wochen zu schließen? Wie ich das mache? Was die Kunden sagen? usw. Fragen von Menschen, die vielleicht zu viel in Abhängigkeit von irgendetwas leben?
Ich frage mich dabei vielmehr: Was sind schon vier Wochen, wenn ich von einem Durchschnittsalter von 70 Jahren ausgehe? In meinem Falle sind das zum heutigen Zeitpunkt noch 33 Jahre, die ich hier verbringen darf, also 132 Wochen oder (nur) noch 11 Jahre kreative Freiheit in Form von vier Wochen am Stück? Was sind dabei 11 Jahre? Unser Sohn ist jetzt 1,5 und diese Zeit verflog im Winde.
So strebe ich stets ein gesundes Maß an, wobei das Arbeiten schon einen Schwerpunkt in dieser kreativen Freiheit einnimmt. Sonst wäre diese Plattform heute nicht online.
Herzliche Grüße
Toby O. Rink

