GD / Warum Gesellschaftsdesign?
Thema: Internetzensur
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Designer: Toby O. Rink
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Veränderung ist ein Gestaltungsprozess.
Was beschäftigte damals meine Gedanken, als ich im Jahre 2001 diese Webadresse reservierte? Das Ende der New Economy, die gesellschaftlich durchaus Spuren hinterlies? Vielleicht aber auch die ständige innere Unruhe etwas zu gestalten, dass dem heutigen Ruf von »Design« oder »Designer« gerecht wird. Doch was sollte das sein? Mit dem emotion network habe ich Ende 2006 nach einem vorherigen Prototypen ein Netzwerk gestartet, dass zunächst selbständige Menschen der Medien- und Kommunikationsbranche verbinden soll, die eine hohe menschliche wie auch berufliche Qualität zu ihrem täglichen Dasein zählen, sowie die Affinität, gemeinsam und ohne den üblichen gegenseitigen Neid auf irgendetwas, mehr zu bewegen.
Wer ist ich? Ich eben. Ein Mensch wie jeder andere unter Euch.
Der Begriff »Design« wurde lange Zeit zu Brei geredet.
Wir Designer, Gestalter, Kreative, Selbstverwirklicher, brotlose Künstler, Eigenbrötler, Kleinkarierte oder seit dem Web auch Pixelfuzzies, Pixelschubser uvm. genannt, tragen oftmals nicht gerade die angenehmsten Titel innerhalb unserer Gesellschaft. Ich frage mich, in welchen Tiefen eine solche »Schlechtmacher-Mentalität« entsteht? Aus den eigenen Reihen vielleicht? Durch das leider zu große Mittelmaß deutscher Werbung? Durch jene, in deren Sprachschatz die Worte Feinarbeit und Feingefühl fehlen? Durch solche die damit beschäftigt sind, Tag für Tag ihr Mittelmaß durch Schönrederei aufzuwerten? Oder durch solche, die sich dem Gedankengut der Designer bedienen und es für sich weiterverwerten? Es gibt sicher auch Kandidaten, die den Begriff »Design« verschmutzen oder abwerten und in dem Moment vergessen, dass auch ihre Klobürste zu Hause nur darauf wartet, auf schöne Art und Weise positive Veränderungen hervorzurufen. Ob diese Bürste schön ist oder nicht, irgend jemand hat sich einmal über ihre Form Gedanken gemacht. Natürlich gibt es nicht nur solche Menschen, aber es gibt leider genug davon. So viele, dass der Begriff »Design« auch heute noch nicht als das gesehen wird, dass wir in den kommenden Jahren in Deutschland brauchen – einen Motor. Veränderer, die Veränderung herbei führen. Menschen im Aufbruch für den Durchbruch. Das Feuer der Individualisten, ohne die das Land noch nicht glühen würde. Solche Menschen, die keinem Aufbruch hinterher laufen weil er gerade angesagt wird, sondern solche, die einfach »Machen«. Jeder von uns ist dabei in irgendeiner Hinsicht ein Gestalter, wenn auch nur sein eigener »Lebensgestalter«. Und wer sein Leben aktiv gestaltet wird nicht nur sich, sondern auch sein Umfeld verändern. Nur viele führen sich das leider nicht bewusst vor Augen.
Warum Gesellschaftsdesign?
Taufen wir den Begriff »designen« einfach einmal in »formen« um. Wer nun intensiv damit beginnt zu überlegen, wer oder was sich alles »formen« lässt, wird plötzlich auf eine ganz andere Art und Weise achtsam. Wer sagt was und wie? Mit welchen möglichen Hintergedanken und auf welche Art? Werden wir nicht alle auf eine gewisse Art und Weise geformt? Schon als Kind durch die Eltern? Im Job durch Vorbilder oder Neider? Durch irgendwelche Anliegen, die wir uns von anderen aufreden lassen, und die uns dabei hindern das zu tun, was wir wirklich zu 100% mit Spaß ausüben würden? Oder unseren Kindern immer wieder nachzugeben, obwohl wir merken das wir gerade einmal wieder auf nette Art und Weise beeinflusst und geformt werden? So werden wir jeden Tag geformt oder designed. Immer wieder aufs Neue und immer wieder auf eine andere oder auch die gleiche Art und Weise. Sich nicht formen zu lassen ist wohl mit eine der schweren Aufgaben im Leben, da sie oft auch mit Entscheidungen verbunden ist, die einem selbst und Dritten nicht leicht fallen. Sich gegen etwas zu wehren, zu sträuben oder es nicht zu akzeptieren, wird hierzulande recht schnell mit Widerstand gedeutet. Oder die Entscheidung wird nicht verstanden, da man persönlich bereits weiter gedacht hat, als diejenigen im Umfeld, die gerade von deren Umfeld geformt werden oder geformt werden möchten. Jeder ist dafür selbst verantwortlich, in welchem Umfeld er lebt und welches Ausmaß dieses annimmt. Dabei kann jeder selbst durchaus aktiv dabei mitwirken, sein Umfeld zu gestalten – eben seine Gesellschaft zu designen.
Es bewegt sich was...
...in unserem Land. Manche nennen es Aufschwung, andere Veränderung und die Visionäre sehen Deutschland als Land mit einem neuen Charakter. Das spürt man unter anderem auch daran, dass ich hier nicht alleine die Initiative »Gesellschaftsdesign« gestartet habe. Auch die AGD trägt mit seinem Magazin »einViertel – Design in Gesellschaft« zukünftig dazu bei. Aber auch die Wissenschaftsakademie in Berlin startet zum 10-jährigen Bestehen eine Jubiläumsstudiengang Gesellschaftsdesign. So befinden wir uns ja schon einmal in guter Gesellschaft. Und ich meinerseits würde mich freuen auf dieser Plattform viele neue Designer und Menschen mit kreativem Talent zu treffen, denen es ein Anliegen ist, deutschen Gesprächsstoff in Form eines persönlichen Wallpapers zu visualisieren. Jegliche Gedanken sind willkommen. Positive wie kritische, überraschende wie herzhafte. Schaut Euch einfach um, oder meldet Euch gleich an, wenn Ihr heiß darauf seid, Euch einem wichtigen Thema visuell zu widmen. Für Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Seite.
Herzliche Grüße
Toby O. Rink

